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Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen und Männern fördern - durch Einsatz von Gleichbehandlungs-Check (gb-check)

Teil-Projektleitung: Friederike Maier
Projektdurchführung am HTMI: Andrea-Hilla Carl, Andrea Jochmann-Döll, Karin Tondorf
Kooperationspartnerin: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Förderung: EU Kommission, GD für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung
Laufzeit: Januar 2016 bis August 2017

Im Projekt „Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen und Männern fördern – durch Einsatz von Gleichbehandlungs-Check (gb-check)“ liegt der Fokus auf diskriminierungsfreien Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer. Geschlechtsspezifische Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen haben großen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen und die Praxis zeigt: viele Frauen in Deutschland sind vom Ziel der ökonomischen Unabhängigkeit weit entfernt. Die Gleichbehandlung der Geschlechter im Arbeitsleben kann einen Beitrag dazu leisten, diese ökonomische Unabhängigkeit von Frauen sicher zu stellen.

Um diskriminierende Personalentscheidungen in den Bereichen Stellenausschreibung, Stellenbesetzung, Beschäftigungsbedingungen, Weiterbildung, beruflicher Aufstieg, Leistungsbeurteilung und Arbeitszeitgestaltung sichtbar zu machen, wird ein wissenschaftlich gestütztes Analyseinstrument entwickelt, der sogenannte Gleichbehandlungs-Check (gb-check). Der „gb-check“ soll es Unternehmen und betrieblichen Akteur_innen ermöglichen, die Gleichbehandlung der Geschlechter im Bereich der Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen zu prüfen und potenzielle Ungleichbehandlungen aufzudecken. Arbeitgeber_innen werden so für das Thema Diskriminierung sensibilisiert. Defizite werden erkannt und  Spielräume für mehr Chancengleichheit können aufgezeigt werden, um entsprechende Reaktionen überhaupt erst zu ermögichen.

Zur Beteiligung verschiedener Interessensgruppen sind im Projekt drei Runde Tische geplant. Der erste Runde Tisch wird Anfang Mai stattfinden und richtet sich an Vertreter_innen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden sowie Gleichstellungsbeauftragte und Mitglieder von Betriebs- und Personalräten aus interessierten Unternehmen und Institutionen.

Im Anschluss an die Entwicklung des Analyseinstruments sollen ab Juli 2016 bis zu zehn Unternehmen den „gb-check“ in einer Pilotphase testen und so die Gleichbehandlung der Geschlechter im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen prüfen. Im Anschluss an die Durchführung der Prüfung werden die Unternehmen von der ADS mit einem Zertifikat für ihre Teilnahme ausgezeichnet.

Die Evaluation des Pilotprojekts kann dazu beitragen, eventuelle Schwachstellen des Prüfinstruments zu identifizieren und zu beheben. Abschließend wird das Prüfinstrument der interessierten Öffentlichkeit auf einer Internetseite zugänglich gemacht, sodass in Zukunft Unternehmen die Prüfung der Gleichbehandlung der Geschlechter mit Hilfe eines Tutorials auch eigenständig durchführen können. Darüber hinaus werden die Erfahrungen aus der Pilotphase in einem Abschlussbericht zusammengefasst.

Das Projekt wird als Kooperationsprojekt von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit dem Harriet Taylor Mill-Institut der HWR Berlin gemeinsam durchgeführt.